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Wo der Superflieger entsteht

17 Leserinnen und Leser besichtigen die Produktionslinie des Airbus A350 von PAG in Einswarden

Gut sechs Meter breit, knapp 75 Meter lang und Platz für bis zu 366 Passagiere: Die Flugzeuge vom Typ A350 beeindrucken schon mit ihren Daten. Doch das eigentliche Staunen setzt ein, steht man erst vor der gewaltigen Hülle des Airbus-Vorzeigefliegers. So war es auch bei den 17 Leserinnen und Lesern der Kreiszeitung, die jetzt mit KZW+Ich das A-350-Werk von Premium Aerotec (PAG) in Einswarden besuchten.
Das Besondere an dem jüngsten Mitglied der Airbus-Typenfamilie ist die Bauweise aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff. Bernhard Bahlmann, Leiter der Technologieentwicklung im Nordenhamer PAG-Werk, verriet den Besuchern, dass dieser Kunststoff wie Garn auf einer Spindel aufgewickelt ist. Später, bei der Führung durch die Produktion, war dann auch der Roboter in Aktion zu erleben, der die hauchdünnen Kunststoffbahnen Lage für Lage zu einer bis zu 1,3 Zentimeter dicken Flugzeughülle aufträgt. Für den A350 werden im Einswarder Werk bestimmte Bereiche des Rumpfes zunächst als unterschiedlich große Elemente, sogenannte Schalen, gebaut. Später werden einige Bereiche dann noch in den Hallen zu großen Sektionen zusammengesetzt. „Die werden dann zweimal pro Woche von einer Fähre vom Roro-Anleger nach Hamburg-Finkenwerder gebracht“, erläuterte der Leiter der A350-Produktion in Einswarden, Dirk Hauer. Knapp 500 der rund 3000 Mitarbeiter von PAG Nordenham arbeiten vorrangig an den Langstreckenfliegern. „Wir bauen derzeit Teile für zwischen acht und neun Flugzeuge pro Monat“, sagte Dirk Hauer. Mittelfristig sei jedoch geplant, die Frequenz auf bis zu 13 Maschinen monatlich zu erhöhen.
Damit das alles klappt, müssen viele Rädchen ineinandergreifen. Dabei sind – zumindest in dieser Abendschicht – kaum Angestellte zu sehen. „Doch, rund 100 Leute sind derzeit hier“, sagte Bernhard Bahlmann. In den riesigen Hallen sind die Mitarbeiter aber so verteilt, dass man nur alle paar Minuten mal jemanden sieht. Viele bedienen aus Steuerkabinen heraus die unzähligen Maschinen, mit denen viele Arbeitsschritte erledigt werden. Handarbeit gibt es allerdings auch noch. „Wir müssen die Stringer, also Querstreben, derzeit noch von Hand einpassen. Allerdings gibt es da auch schon eine Testphase mit Robotern, die diese Arbeit schneller erledigen können. Zumal sie körperlich anstrengend ist“, sagte Dirk Hauer.
Nach rund zwei Stunden hatten die 17 Teilnehmer nahezu alle Produktionsschritte gesehen, die PAG in Nordenham für den A350 erledigt. „Mich hat die Größe der Sektionen fasziniert, die hier entstehen“, sagte im Anschluss Klaus Osterwoldt. „Wie groß so ein Flugzeug ist, wird einem meist gar nicht bewusst, wenn man einsteigt.“ Zudem bewundert der Leser „das große Know-how, das hier vorhanden ist“.
Gertrud Hauke war besonders davon angetan, mit welcher Präzision die Maschinen arbeiten: „Es ist interessant zu sehen, wie die großen Schalen alle miteinander verbunden werden.“